Depression – Ein leiser Schatten, den ich früh spürte

Schon als Kind begleitete mich eine tiefe Schwere, die ich nicht in Worte fassen konnte. Mit 8 Jahren war es mehr als nur Traurigkeit – es war eine innere Leere, eine ständige Erschöpfung, die ich nicht verstand. Ich fühlte mich anders, als würde ich nicht richtig in diese Welt passen.

Mit der Magersucht wurde die Depression noch greifbarer, und als Teenager suchte ich nach Wegen, um dieser inneren Dunkelheit zu entkommen. Alkohol kam früh in mein Leben – mit 11 Jahren probierte ich das erste Mal, und es fühlte sich an wie eine kurze Pause vom ständigen Denken und Fühlen. Später kamen Betäubungsmittel hinzu, weil ich glaubte, dass sie mir helfen könnten, endlich Ruhe zu finden. Doch stattdessen verlor ich mich immer mehr.

Auch mein ADHS spielte eine Rolle – die ständige Reizüberflutung, das Gefühl, nie richtig zur Ruhe zu kommen, der Druck, "normal" zu funktionieren. All das verstärkte die Depression und trieb mich noch weiter in destruktive Muster.

Heute weiß ich: Depression ist kein persönliches Versagen. Sie ist oft das Resultat einer tiefen Überforderung, eines langen Kampfes mit sich selbst. Als Peerbegleiterin kenne ich diesen Weg – die Verzweiflung, aber auch die kleinen Schritte zurück ins Leben.

Ich bin hier, um genau das zu teilen: echtes Verständnis, ohne Urteil. Du bist nicht allein.